24-Stunden-Betreuung
24-Stunden-Betreuung zuhause: Modelle, Kosten und Fallstricke
Der Begriff „24-Stunden-Betreuung“ ist irreführend: Niemand darf 24 Stunden arbeiten. Gemeint ist eine Betreuungskraft, die im Haushalt lebt. Richtig organisiert kann dieses Modell ein Leben zuhause um Jahre verlängern – falsch organisiert wird es zum rechtlichen Risiko.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt drei Modelle: Entsendung über eine Agentur, direkte Anstellung im Haushalt oder selbstständige Tätigkeit.
- Arbeitszeit-, Mindestlohn- und Bereitschaftsregeln gelten auch hier.
- Betreuungskräfte leisten Haushalt und Betreuung, keine Behandlungspflege.
- Nachtdienste sind mit einer einzelnen Person nicht dauerhaft abzudecken.
Die drei Modelle
- Entsendemodell: Eine ausländische Firma entsendet Beschäftigte nach Deutschland; erforderlich ist eine gültige A1-Bescheinigung. Vertragspartner ist die Agentur.
- Arbeitgebermodell: Die Familie stellt die Betreuungskraft selbst ein – mit Lohnabrechnung, Sozialabgaben, Urlaub und Lohnfortzahlung.
- Selbstständigenmodell: Rechtlich riskant, weil bei Weisungsgebundenheit und fester Einbindung häufig Scheinselbstständigkeit vorliegt.
Kosten realistisch einschätzen
Je nach Sprachkenntnissen, Qualifikation und Betreuungsaufwand liegen die Kosten im Entsendemodell üblicherweise im Bereich von etwa 2.500 bis 4.500 Euro monatlich, dazu Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten. Pflegegeld, Entlastungsbetrag und – bei entsprechender Kombination – Verhinderungspflege können angerechnet werden; ebenso kommen steuerliche Abzüge für haushaltsnahe Dienstleistungen in Betracht.
Was eine Betreuungskraft leisten darf
Woran Sie eine seriöse Agentur erkennen
- Transparenter Vertrag auf Deutsch, mit klaren Arbeitszeiten und Vertretungsregelung.
- Nachweis der A1-Bescheinigung und der Sozialversicherung im Herkunftsland.
- Feste Ansprechperson, erreichbar auch im Notfall.
- Keine Versprechen einer echten Rundumbetreuung durch eine Person.
- Klar benannte Kosten inklusive Anreise, Wechsel und Feiertagen.
Was Sie jetzt tun können
- 1Klären Sie den tatsächlichen Bedarf, besonders nachts, bevor Sie ein Modell wählen.
- 2Lassen Sie sich zwei bis drei Verträge vorlegen und vergleichen Sie Arbeitszeitregelungen.
- 3Planen Sie einen ambulanten Pflegedienst für medizinische Aufgaben ein.
- 4Lassen Sie sich in der Pflegeberatung zur Anrechnung von Leistungen beraten.
Häufige Fragen
Quellen
- Leistungen der Pflegeversicherung — Bundesministerium für Gesundheit
- Wege zur Pflege – Beratung und Angebote — Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Informationsblätter und Ratgeber zu Demenz — Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.
Autor: Redaktion ichhabedemenz.de · Fachliche Prüfung ausstehend · Veröffentlicht am 30. August 2026 · Aktualisiert am 30. August 2026
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