Sicherheit in der Wohnung
Sicherheit in der Wohnung: Zuhause bleiben, ohne dass es gefährlich wird
Zwischen „alles verbieten“ und „nichts tun“ liegt ein großer Bereich, in dem sich sehr gut leben lässt. Eine Wohnung sicherer zu machen bedeutet nicht, jemanden einzusperren – es bedeutet, Risiken zu entschärfen, damit Selbstständigkeit länger möglich bleibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Stürze sind das größte Risiko – deutlich größer als das Weglaufen.
- Herdabschaltung, Licht und Stolperfallen sind die drei wirksamsten Punkte.
- Orientierungshilfen wie Beschriftungen wirken oft besser als Verbote.
- Für Umbauten gibt es einen Zuschuss der Pflegekasse pro Maßnahme.
Beginnen Sie mit einem Rundgang durch die Wohnung – möglichst zu der Tageszeit, zu der die meiste Unsicherheit besteht, oft abends. Achten Sie nicht auf theoretische Gefahren, sondern auf das, was tatsächlich schwerfällt.
Stürze verhindern
Küche und Technik
Eine Herdabschaltung oder ein Herdwächter ist meist die sinnvollste einzelne Anschaffung. Sie unterbricht die Stromzufuhr, wenn der Herd zu lange unbeaufsichtigt läuft, und erlaubt weiterhin selbstständiges Kochen. Rauchmelder in Küche, Flur und Schlafzimmer sind Pflicht und lebenswichtig.
- Wasserkocher mit Abschaltautomatik statt Topf auf dem Herd.
- Gefährliche Reinigungsmittel und Medikamente aus dem Blickfeld nehmen – nicht wegschließen, sondern umräumen.
- Wasserhähne mit Verbrühschutz beziehungsweise Temperaturbegrenzung.
Orientierung statt Verbote
Viele Probleme lösen sich, wenn die Wohnung selbst erklärt, wo was ist: Schilder oder Fotos an Schranktüren, ein farbiger WC-Sitz, der sich vom Boden abhebt, eine gut beleuchtete Toilettentür, ein großer analoger Kalender mit Wochentag. Spiegel im Flur können dagegen verunsichern, wenn das eigene Spiegelbild nicht mehr erkannt wird.
Hausnotruf und Ortung
Ein Hausnotruf wird bei vorliegendem Pflegegrad bezuschusst. GPS-Uhren oder Ortungsanhänger können sinnvoll sein, sollten aber offen besprochen und – solange möglich – mit der betroffenen Person selbst entschieden werden.
Was die Pflegekasse zahlt
Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – etwa bodengleiche Dusche, Haltegriffe, Türverbreiterung oder Treppenlift – gibt es bei vorliegendem Pflegegrad einen Zuschuss je Maßnahme. Beantragen Sie ihn vor Beginn der Arbeiten und lassen Sie sich vom Pflegestützpunkt oder einer Wohnberatungsstelle unterstützen.
Was Sie jetzt tun können
- 1Machen Sie einen Wohnungsrundgang und notieren Sie die drei größten Risiken.
- 2Prüfen Sie Herdsicherung, Rauchmelder und Nachtbeleuchtung.
- 3Beantragen Sie vor dem Umbau den Zuschuss zur Wohnraumanpassung.
- 4Fragen Sie bei der Pflegekasse nach einer kostenlosen Wohnberatung.
Häufige Fragen
Quellen
- Leistungen der Pflegeversicherung — Bundesministerium für Gesundheit
- Informationsblätter und Ratgeber zu Demenz — Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.
- Wege zur Pflege – Beratung und Angebote — Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Autor: Redaktion ichhabedemenz.de · Fachliche Prüfung ausstehend · Veröffentlicht am 30. August 2026 · Aktualisiert am 30. August 2026
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