Behandlung
Behandlung bei Demenz: Was wirklich hilft
Viele Familien hören nach der Diagnose den Satz „Man kann nichts machen“. Das stimmt so nicht. Heilen lässt sich eine Demenz bislang nicht – aber Beschwerden lindern, Fähigkeiten erhalten und Lebensqualität verbessern.

Das Wichtigste in Kürze
- Antidementiva können Beschwerden zeitweise mildern, den Verlauf aber nicht stoppen.
- Nicht-medikamentöse Maßnahmen sind gleichwertig wichtig.
- Begleiterkrankungen wie Schmerzen, Depression oder Hörverlust unbedingt mitbehandeln.
- Beruhigungs- und Neuroleptika nur zurückhaltend und mit klarem Zeitplan.
Medikamente
Bei Alzheimer werden je nach Stadium Cholinesterasehemmer oder Memantin eingesetzt. Sie können Alltagsfähigkeiten eine Zeit lang stabilisieren. Wirkung und Verträglichkeit sollten regelmäßig überprüft werden.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
- Bewegung: regelmäßige Spaziergänge verbessern Schlaf, Stimmung und Beweglichkeit
- Musik und Biografiearbeit: aktivieren Erinnerungen und Gefühle
- Ergotherapie: erhält Alltagshandlungen und trainiert im echten Umfeld
- Tagespflege: Struktur, Kontakt und Entlastung für Angehörige
- Gute Beleuchtung, klare Beschriftung, wenig Lärm
Das Übersehene mitbehandeln
Schmerzen, Verstopfung, Harnwegsinfekte, schlechtes Hören oder Sehen verstärken Verwirrtheit erheblich. Wer plötzlich unruhiger wird, hat oft ein körperliches Problem – und keine „neue Demenzphase“.
Was Sie jetzt tun können
- 1Medikamentenplan beim nächsten Termin gemeinsam durchgehen.
- 2Hören und Sehen überprüfen lassen.
- 3Ein Bewegungsritual im Tagesablauf verankern.
Häufige Fragen
Quellen
- S3-Leitlinie Demenzen — DGN / DGPPN
- Demenz – Überblick und Behandlungsmöglichkeiten — IQWiG / gesundheitsinformation.de
Autor: Redaktion ichhabedemenz.de · Fachliche Prüfung ausstehend · Veröffentlicht am 02. April 2026 · Aktualisiert am 06. August 2026
Das könnte Ihnen auch helfen
Wie verläuft eine Demenz?
Die drei Stadien im Überblick – ohne Angstmacherei, aber ehrlich.
Mein Vater wird aggressiv – was steckt dahinter?
Aggression ist fast immer eine Reaktion – auf Angst, Schmerz oder Überforderung. So deeskalieren Sie.
Er steht nachts ständig auf – Schlafprobleme bei Demenz
Warum der Tag-Nacht-Rhythmus durcheinandergerät und welche Maßnahmen tatsächlich Nächte retten.
Was ist Demenz?
Was hinter dem Wort Demenz steckt, was im Gehirn passiert und warum die Diagnose nicht das Ende der eigenen Persönlichkeit bedeutet.