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Unruhe und Weglaufwunsch

Meine Mutter will ständig nach Hause – was kann ich tun?

Ihre Mutter sitzt im eigenen Wohnzimmer, steht auf, holt den Mantel und sagt: „Ich will nach Hause.“ Sie erklären, dass sie zu Hause ist – und es wird schlimmer. Dieser Moment ist einer der häufigsten und einer der zermürbendsten überhaupt.

6 Minuten Lesezeit Aktualisiert am 26. August 2026 Fachliche Prüfung ausstehend
Ältere Frau steht mit Mantel an der Wohnungstür

Das Wichtigste in Kürze

  • „Zuhause“ meint meist kein Gebäude, sondern ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit.
  • Der Wunsch tritt oft am späten Nachmittag auf, wenn Müdigkeit und Dämmerung zusammenkommen.
  • Erklären hilft nicht. Zuhören, mitgehen und ablenken helfen.
  • Bei tatsächlichem Weglaufen sind Sicherheitsmaßnahmen wichtig.

Was hinter dem Satz steckt

Wer nach Hause möchte, sucht selten eine Adresse. Gemeint ist ein Zustand: aufgehoben sein, gebraucht werden, wissen, was zu tun ist. Häufig ist es das Elternhaus der Kindheit – der Ort, an dem jemand anderes Verantwortung trug.

  • Müdigkeit und Reizüberflutung am späten Nachmittag
  • Fremde Umgebung, etwa nach Umzug oder Krankenhausaufenthalt
  • Langeweile oder das Gefühl, eine Aufgabe zu versäumen („Die Kinder warten“)
  • Schmerzen, Hunger, Harndrang oder Unwohlsein

Was Sie in der Situation sagen können

Diese Sätze sind keine Täuschung, sondern Anschluss: Sie nehmen das Gefühl auf und schaffen Zeit, damit die Anspannung sinkt. Vermeiden Sie Sätze wie „Du bist doch zu Hause“ oder „Das haben wir doch schon geklärt“.

Was in der Situation praktisch hilft

  1. 1Ruhig bleiben, Tempo herausnehmen, sich auf Augenhöhe begeben
  2. 2Zuhören und das Gefühl benennen: „Du möchtest dorthin, wo es vertraut ist.“
  3. 3Eine gemeinsame Handlung anbieten: Mantel anziehen, eine Runde um den Block gehen
  4. 4Nach der Runde ins Haus zurückkehren – vertraute Geräusche und Gerüche wirken oft sofort
  5. 5Danach eine ruhige Beschäftigung anschließen: Fotos, Musik, Falten, Tee

Vorbeugen

Was Sie jetzt tun können

  1. 1Notieren Sie eine Woche lang, zu welcher Uhrzeit die Unruhe beginnt.
  2. 2Legen Sie ein Nachmittagsritual fest.
  3. 3Bereiten Sie Kontaktkarten und ein aktuelles Foto vor.

Häufige Fragen

Quellen

Autor: Redaktion ichhabedemenz.de · Fachliche Prüfung ausstehend · Veröffentlicht am 02. Juni 2026 · Aktualisiert am 26. August 2026